Kanalhausanschluss

Merkblatt für das Erstellen der Haus- und Grundstücksentwässerung im Stadtgebiet Winterberg

Die Ausführung der Haus- und Grundstücksentwässerung hat grundsätzlich nach Landesbauordnung NRW vom 01.01.1996, den Technischen Bestimmungen DIN 1986 und der jeweils geltenden Ortsentwässerungssatzung zu erfolgen. Diese kann bei Bedarf bei den Stadtwerken Winterberg AöR eingesehen werden. Das nachfolgende Merkblatt enthält Auszüge daraus.

Die ordnungsgemäße Ableitung von Schmutz- und Regenwasser von Grundstücken erfolgt im Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung über das kommunale zentrale Kanalisationsnetz.

Das Kanalisationsnetz gliedert sich inMischsystem(ein Kanal für Regen-/Schmutzwasser) undTrennsystem (gegliederte Kanäle für Regen-/Schmutzwasser):

 

1.) Allgemeine Bedingungen:

Bei einem Mischsystem ist die Zusammenführung von Schmutz- und Regenwasser nur in Grund- und Anschlussleitungen zulässig. Die Entwässerungsleitung muss wasser-, gas- und dampfdicht sein und unterliegt der Prüfzeichenpflicht.

Alle Grundleitungen sind mit einem Mindestgefälle von 1 : 50 bis 1: 100 (innerhalb von Gebäuden) und mit einem Mindestgefälle von 1 : DN (außerhalb von Gebäuden) frostfrei in einer Tiefe von min. 0,80 m und einer Sandummantelung zu verlegen (Maximalgefälle 1: 20). Bei Überschreitung des max. Gefälles ist ein Absturz auszubilden (siehe Zeichnung hinten).

Rohrmaterial:              - Steinzeug DIN 1.230 Teil 2, innen und außen glasiert

                                - Kunststoff aus PVC hart DIN 19.534.

Bei Richtungsänderungen der Rohrleitung sind nur Bögen bis zu 45 Grad Abknickung zu verwenden. Als Rückstauebene gilt die Straßenhöhe an der Anschlussstelle.

 

2.) Schutz gegen Rückstau:

Ablaufstellen, bei denen der Wasserspiegel im Geruchverschluss unterhalb der örtlichen festgelegten Rückstauebene liegt, sind gegen Rückstau zu sichern. Absperrvorrichtungen gegen Rückstau nach DIN 1997 sind so einzubauen, dass sie jederzeit leicht zugänglich sind.

Schmutzwasser, das unterhalb der Rückstauebene anfällt, ist der öffentlichen Kanalisation über eine automatisch arbeitende Hebeanlage rückstaufrei  zuzuführen.

 

3.) Zu beachten ist:

Für Stoffe und Flüssigkeiten, die schädliche oder belästigende Ausdünstungen oder Gerüche verbreiten, Baustoffe der Entwässerungseinrichtungen angreifen oder den Betrieb stören, sind Anlagen zu schaffen, die das Eindringen dieser Stoffe und Flüssigkeiten in die Leitungen  verhindern (siehe auch DIN 1986 Teil 3).

In Garagen und auf Stellplätzen sind alle Abläufe von Flächen, auf denen Kraftfahrzeuge gewaschen, gewartet oder betankt werden, über Abscheider für Leichtflüssigkeiten nach DIN 1999 an das Entwässerungsnetz anzuschließen.

In Betrieben, in denen fetthaltiges Abwasser anfällt, sind Fettabscheider nach DIN 4040 einzubauen.

Bei allen Anlagen der Grundstücksentwässerung muss eine Reinigungsmöglichkeit bestehen. Zur Reinigung und Kontrolle der Grundstücksentwässerung sind Schächte vorzusehen.

Die Schächte müssen standsicher, wasserdicht und bei Ausführung in Mauerwerk innen verfugt sein. Die Sohle der Schächte mit offenem Durchfluss darf nicht tiefer liegen als die der davon abgehenden Leitung. In der Sohle ist eine Rinne so auszubilden, dass alle auftretenden Boden- bewegungen und Verlagerungen ohne Nachteile für Rohrleitung und Schachtbauwerk aufge- nommen werden.

 

4.) Schachtausführung:

Schächte mit geschlossener Rohrdurchführung sind gegen oberirdisch zufließendes Wasser abzudecken. Schächte mit offenem Gerinne sollen Abdeckungen mit Lüftungseinrichtungen erhalten.

 

5. Abwasseranschluss:

Anschlussnehmer ist der Grundstückseigentümer. Es wird im Regelfall nur ein Anschluss zugelassen. Es besteht Anschlusszwang. Als Hausanschluss gilt der Kanal vom Übergabeschacht bis zum Gebäude.

Die Herstellung bedarf der Genehmigung durch die Stadtwerke Winterberg AöR.

Das Grundstück ist auf Kosten des Anschlussnehmers gegen Rückstau zu sichern.

Etwaige zur Zeit noch genutzte Kläranlage, Sammelgruben und sonstige Einrichtungen sind nach Anschluss an das zentrale Entsorgungsnetz unverzüglich außer Betrieb zu setzen und auf Kosten der Anschlussteilnehmer stillzulegen. Das darin befindliche Abwasser sowie Faulschlamm darf unter keinen Umständen in das öffentliche Abwassernetz geleitet werden, da dadurch die Biologie in den Kläranlagen zerstört wird.

Alle Regenwasserzuläufe sind aus dem Abwasseranschluss zu entfernen. Das Regenwasser ist nach Möglichkeit auf dem Grundstück zu versickern. Andernfalls ist ein Anschluss an den RW-Kanal vorzusehen.

Bei Nichteinhaltung wird der Verursacher für alle daraus entstehenden Kosten schadenersatzpflichtig gemacht.

 

6. Abnahme des Abwasseranschlusses:

Die bauliche Ausführung des Anschlusses ist vor dem Verfüllen des Rohrgrabens durch die Stadtwerke Winterberg AöR abnehmen zu lassen. Zur Abnahme müssen sämtliche Anschlussleitungen und –schächte freiliegend sein.

 

Für Rückfragen stehen Ihnen die Mitarbeiter der Stadtwerke Winterberg AöR unter der Telefonnummer 0 29 81/92 87 215 gern zur Verfügung.